Amerikanischer Pumpkin Pie und ein paar Worte über Thanksgiving

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Am Donnerstag, dem 26. November 2015 ist Thanksgiving. Das Fest wird bei uns in Europa, speziell aber in Österreich, nicht in dem Maß begangen, wie es in den USA der Fall ist. Trotzdem möchte ich euch ein traditionelles Kuchenrezept dieser Festivität vorstellen und ein paar Gedanken darüber teilen, was ich mit dem Begriff „Thanksgiving“ verbinde und warum ich das Feiern von Thanksgiving in meinem eigenen Haushalt ganz gerne einführen würde.

Thanksgiving: Ein paar Hintergrundinfos

Thanksgiving wird traditionell jährlich am vierten Donnerstag im November gefeiert. In vielen Fällen kommt eine große Runde, oft die Familie, zusammen, um gemeinsam zu feiern, wobei das gemeinsame Essen einen sehr großen Part dabei einnimmt. Von einer amerikanischen Freundin weiß ich, dass es üblich ist, sich tagsüber zu kasteien, um am Abend einen möglichst leeren Magen zu haben, damit man an der Thanksgivingtafel ordentlich zulangen kann. Die ist oft so reich bestückt, dass an den Tagen nach Thanksgiving immer noch von den Resten gegessen werden kann, die dann zum Beispiel auch als Sandwichfülle dienen. Dass die Tradition der Resteverwertung im Brot durchaus beliebt ist, sieht man auch in Coffeeshop-Ketten wie Starbucks, Nero oder Costa, da dort in der Herbstzeit Sandwiches mit „Thanksgiving Stuffing“ verkauft werden. Ich habe im vergangenen Jahr selbst Thanksgiving mit meinen Freunden im Ausland gefeiert und einige Rezepte kennen gelernt. Ein paar davon sind auch auf dem Blog gelandet, wie zum Beispiel Cranberry Sauce, Süßkartoffel-Orangen-Püree oder das so genannte Thanksgiving Stuffing, ein Auflauf aus Gemüse und Brot, der unglaublich gut schmeckt.

Mein Begriff von Thanksgiving und warum ich das Fest auch als Österreicherin gerne feiern möchte

Im Wort Thanksgiving stecken zwei wesentliche Elemente: das Danke und das Geben. Mein Begriff davon ist, dass man sich einerseits für all das bedankt, was man hat und andererseits wegen der Dankbarkeit seinen Mitmenschen etwas gibt, um dieser Ausdruck zu verleihen. Gründe, warum man der Welt oder den Mitmenschen dankbar ist, gibt es unzählige und jede/r hat seine individuellen. Ausgesprochen werden sie allerdings gerade in unserer Gesellschaft nur sehr selten, weder einem selbst noch den anderen gegenüber. Das finde ich sehr schade und begrüße daher die Idee eines gemeinsamen Festes, an dem man sich nicht mit Essen vollstopft, was ja sehr oft mit Thanksgiving in Verbindung gebracht wird, sondern an dem man Dankbarkeit nicht nur innerlich wahrnimmt, sondern diese auch nach außen trägt. Was ich dabei im Kopf habe, wäre eine ehrliche Runde am Tisch, wobei jede/r ein paar Worte dazu äußert, wofür er oder sie besonders dankbar ist. Innere Zufriedenheit steigert das Wohlbefinden ungemein und ist erwiesenermaßen förderlich für die Gesundheit. Oft kann ein simples Lächeln, das man an sich selbst wahrnimmt, die Stimmungslage gehörig ins Positive verändern. Da ich außerdem das Gefühl habe, dass Gemeinschaften wie die Familie in der heutigen Zeit immer mehr an Wert verlieren und es häufig nicht mehr um ehrliches, gegenseitiges Interesse und ein Beisammensein geht, wo man auch über Probleme und Sorgen sprechen kann, sondern der Anspruch des gegenwärtigen Arbeitsmarktes, perfekt und flexibel zu sein, auch in den familiären Kontext übertragen wird, manchmal sogar in jenen des Freundeskreises. Natürlich mag das nicht auf alle Familien und freundschaftliche Beziehungen zutreffen, hie und da fällt es mir allerdings trotzdem auch in meinem eigenen Umfeld auf. Das führt mich wiederum zu dem Gedanken, warum ich Thanksgiving wirklich etwas Positives abgewinnen kann: einmal man selbst sein, und zwar in Gegenwart anderer, sich nicht verstellen müssen und dankbar dafür zu sein, wer man ist und was man hat, diese Vorstellung finde ich sehr bereichernd und sich das nicht nur selbst vorzunehmen, sondern Thanksgiving in diesem Sinne gemeinsam zu feiern, finde ich eine sehr schöne Sache.

Aus diesem aktuellem Anlass habe ich Pumpkin Pie gebacken, in der Hoffnung, dass meine vegane Version die gleiche Konsistenz bekommt, wie die vegetarische, die ich letztes Jahr mit meiner amerikanischen Mitbewohnerin gebacken habe. Es ist mir tatsächlich geglückt und darüber bin ich wirklich froh, weil ich diese Art von Kuchen unglaublich gerne mag.

Rezept für 1 Spingform:

Für den Boden:

2 1/2 Tassen Vollkornmehl

1/4 Tasse kaltes Wasser

6 Esslöffel Kokosöl

1 Teelöffel Zimt

1 Teelöffel gemahlener Ingwer

Für die Mitte:

1 kleiner Hokkaido-Kürbis (500g)

1 Tasse Kokosmilch

1/4 Tasse Ahronsirup

2 Teelöffel Zimt

1/2 Teelöffel gemahlener Ingwer

1/4 Teelöffel gemahlene Nelken

1 Prise Muskat

3 gestrichene Teelöffel Agar-Agar

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Zubereitung:

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Kürbis halbieren, Samen herausschaben, die Hälften mit der Schnittseite nach unten in eine Auflaufform legen und für ca. 40 Minuten in den Ofen geben.

In der Zwischenzeit den Boden zubereiten. Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen und einen Teig kneten. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und für ca. 15 Minuten in den Kühlschrank legen.

Sobald er gekühlt ist, den Teig ausrollen und in die Springform drücken.

Sobald der Kürbis fertig ist, diesen aus dem Ofen nehmen und die Hitze auf 170°C Ober- und Unterhitze reduzieren. Dann die Springform hinein geben und den Boden für ca. 10 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die Schale des Kürbis entfernen und das Fruchtfleisch pürieren. Mit allen übrigen Zutaten mischen, ausgenommen Agar-Agar, in einen Topf geben und gut umrühren. Die Masse zum Kochen bringen und schließlich das Agar-Agar einrühren. Sobald die Mischung dicker geworden ist, den Kuchenboden aus dem Ofen nehmen und die Kürbismischung hinein gießen. Dann den Kuchen für ungefähr eine Stunde lang backen.

Schließlich den Kuchen aus dem Ofen nehmen und diesen vor dem Servieren komplett auskühlen lassen.

Saison: Sommer, Herbst, Winter

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