Saftiges Obstkompott und ein Buchtipp

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Ich habe Anfang März begonnen, mich ein klein wenig mit einer Ernährungsrichtung auseinanderzusetzen, mit der ich davor eigentlich nichts am Hut hatte. Aufgrund der einen oder anderen körperlichen Beschwerde habe ich allerdings den Entschluss gefasst, einmal über den Tellerrand zu blicken, weg zu gehen von westlichen Ernährungsweisheiten und Hallo zu etwas ganz Neuem zu sagen: zur Fünf Elemente Ernährung oder auch Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ich habe mich nach einem Beratungsgespräch bezüglich meiner körperlichen Beschaffenheit selbständig etwas näher mit der Thematik befasst und ein Buch gelesen, über das ich hier gerne berichten würde, in der Hoffnung, dass meine kleine Empfehlung bei euch Anklang findet. Außerdem teile ich ein Rezept mit euch, das für mich mittlerweile zum tagtäglichen Essen dazu gehört.

Das oberste Gebot eines guten Ernährungsstiles ist Genuss.

Dies ist eines von vielen Zitaten, die mich beim Lesen des Buches „Ernährung nach den Fünf Elementen – Wie Sie mit Freude und Genuss Ihre Gesundheit, Liebes- und Lebenskraft stärken“, geschrieben von Barbara Temelie, schmunzeln und vor allen Dingen zustimmen haben lassen. Aber ist es nicht so, dass wir das viel zu oft vergessen, ja sogar nicht einmal annähernd miteinander in Verbindung bringen? Ist Genuss in unseren Breiten nicht viel zu oft verpönt? Haben wir nicht viel zu häufig die Assoziation, das Genießen von Nahrungsmitteln sei nicht förderlich für die Figur, einzig deshalb, weil wir mit Genuss automatisch so genannte Genussmittel wie Schokolade und Wein in Verbindung bringen? Was für ein Fauxpas!
Ich werde tatsächlich oft gefragt, ob ich denn nie irgendetwas esse, das man genießen kann. Ob mir Genuss denn nichts wert sei. Antworte ich dann damit, dass ich sowieso nur Dinge esse, die ich genieße, blicke ich jedes Mal in etwas verdutzte Gesichter. Gemüse genießen? Da zeigt sich, womit plant-based Ernährung gleichgesetzt wird: mit Kaninchenfutter, also Salatblättern und Karotten, nicht das Industrietrockenfutter wohl bemerkt! Dass aber noch viel, viel mehr zu einer solchen Ernährung dazu gehört, wird häufig nicht bedacht. Die Liste der Dinge, die nicht dazu gehören ist nämlich in Wahrheit viel kürzer als die Liste aller Nahrungsmittel, die in eine plant-based Ernährung passen.

Aber was hat das nun mit dem Buchtipp zu tun? Nun, ehrlich gesagt sogar sehr viel. Vor allem auch mit den Ernährungsempfehlungen, die ich bei meinem Beratungstermin bekommen habe. Zwei der Hauptbestandteile einer perfekten TCM-Mahlzeit sind nämlich genau die Dinge, die ich ohnehin schon immer verwende: Getreide und Gemüse. Auch Kräuter und gute Gewürze werden in dem Buch hoch gelobt, ebenso Hülsenfrüchte, in Maßen genossen auch Eier, Hartkäse oder Fleisch. Letzteres fällt für mich natürlich weg, erwähnen möchte ich es hier trotzdem und vor allem betonen, dass in dem Buch erneut hervorgehoben wird, dass Fleisch per se nicht schlecht sei. Es kommt allerdings immer auf die Art und die Qualität des Fleisches an. Wer also Fleisch essen möchte, sollte seinem Körper zuliebe auf hohe Qualität achten, so jedenfalls der Tipp der Autorin.

Der östliche Weg macht den Menschen unabhängig, weil er ihn befähigt, selbst zu beurteilen, was ihm bekommt. Und er zeigt Wege auf, wie wir das, was wir brauchen, ganz einfach aus den täglichen Mahlzeiten gewinnen können. Der westliche Weg macht den Menschen abhängig von Nährwerttabellen, Kalkulationen und Pillen, und er zeigt keine klaren Kriterien auf, anhand derer man erkennen könnte, ob das, was man da treibt, auch Sinn macht.

Ein weiterer Aspekt, den ich hier hervorheben möchte: ich bin kein Fan vom Kalorienzählen, sogar alles andere als das. Allerdings ist dieses System in meinem westlichen Kopf schon seit Beginn meiner Jugendzeit so eingeprägt, dass ich es immer noch nicht los geworden bin. Es gelingt mir aber mittlerweile schon sehr, sehr gut, auf diese Art von Kalkulationen zu verzichten und meine Mahlzeiten stattdessen danach zu bemessen, wie groß mein Hunger ist, auf welche Nahrungsmittel ich Lust habe und welche Farben kombiniert sind. Um die Beachtung von Makrobestandteilen komme ich zugegeben nicht herum und würde ich auch nicht missen wollen. Die Autorin weist zu meiner großen Freude mit Nachdruck darauf hin, dass es in der östlichen traditionellen Ernährungsweise überhaupt nicht um dieses Zahlenjonglieren und die Versuche geht, die Zahl auf das möglichste Minimum aller Minima zu beschränken.
Anstatt um Fremdbestimmung durch Tabellen und Ernährungsmythen, geht es in der Ernährung nach den Fünf Elementen um Selbstbestimmung, und zwar um Selbstbestimmung des Körpers. Meiner Ansicht nach ist dieser Zugang sehr yogisch und deshalb so interessant, weil betont wird, wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper und seine individuellen Bedürfnisse zu hören. Dass das gar nicht so einfach ist, ist mir durchaus bewusst. Selbst nach mehreren Jahren intensiver Beschäftigung mit Ernährung und den Bedürfnissen meines Körpers ist es mir noch nicht gelungen, das Optimum zu finden. Aber darum geht es wahrscheinlich auch gar nicht, da der Körper permanentem Wandel unterworfen ist und sich daher die Bedürfnisse im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Aber im jeweiligen Moment wahrnehmen zu können, was der Körper gerade braucht, das ist es, was für unser Wohlbefinden so enorm wichtig ist.

Wichtig ist, dass das Gericht „in die Mitte“ kommt, dass warm und erfrischend ausgeglichen sind.

Besonderen Stellenwert hat in der Fünf Elemente Ernährung das Kochen. Es werden in dem Buch unterschiedliche Kochweisen beschrieben, die je anders auf den Körper wirken. Wie dem Zitat zu entnehmen ist, ist die thermische Wirkung von Lebensmitteln ganz wesentlich für diese östliche Ernährungsweise. Je nach eigener Beschaffenheit und Bedürfnisse, je nach Jahreszeit und geographischer Region sind für den Körper unterschiedliche Nahrungsmittel und Kochmethoden ideal.
Dies sind Aspekte, derer ich mir vor der Beschäftigung mit dieser Ernährungsrichtung nur marginal bewusst war und die ich deshalb besonders spannend finde.
Bezogen auf die thermische Wirkung und die Beseitigung meiner Beschwerden ist mir zum Beispiel empfohlen worden, keine Rohkost mehr zu essen, nach Möglichkeit drei Mal am Tag warme Mahlzeiten zu mir zu nehmen und außerdem häufig Eintöpfe zuzubereiten, mich also folglich an eine saftige Kochmethode zu halten. Ich bin gerade dabei, diese Empfehlungen umzusetzen und muss sagen, dass mir das sehr gut gelingt, da ich ohnehin sehr viel Wert aufs Kochen lege. Auch der Verzicht auf Rohkost fällt mir leichter als ich gedacht hätte. Ein guter Trick dafür ist, immer selbst gemachtes Obstkompott im Kühlschrank zu haben, falls doch einmal der Guster auf Obst auftaucht oder einfach, um in der Früh für den Frühstücksbrei schon vorbereitetes Obst bei der Hand zu haben. Die Zubereitung ist wirklich einfach und weil frisches Kompott so viele Male besser schmeckt als gekauftes und obendrein ein wohliges Gefühl im Magen hinterlässt, möchte ich das Rezept hier mit euch teilen.

Zutaten für 1 großes Glas (etwa 500ml Fassungsvermögen):
4 große Birnen oder Äpfel
etwas Wasser
etwas Zimt
etwas Vanillepulver
3 Nelken

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Zubereitung:
Das Obst waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zusammen mit etwas Wasser und den Gewürzen in einen Topf geben und aufkochen. Das Ganze köcheln lassen, bis das Obst weich ist. Das dauert in etwa 10 Minuten, manchmal auch etwas weniger lang oder ein bisschen länger, was auch davon abhängt, wie weich man das Obst haben möchte.
Das Kompott in ein Schraubglas umfüllen, abkühlen lassen und dann im Kühlschrank aufbewahren.

Saison: Frühling, Sommer, Herbst, Winter

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