Warum es wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören

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Kennt ihr die Situation, dass andere Leute ganz andere Ernährungsgewohnheiten haben als ihr und ihr diese eigentlich recht spannend findet, sie dann ausprobiert und es einfach komplett nach hinten losgeht, weil als einziges Resultat Unwohlsein herauskommt? Ja? Willkommen im Club! Es passiert mir tatsächlich immer wieder, mich hinreißen zu lassen, für mich bisher gut bewährte Gewohnheiten umzuwerfen und stattdessen etwas Anderes zu probieren. Ist ja an sich nichts Schlechtes, denke ich mir immer wieder. Ich finde es sogar sehr positiv, nicht festgefahren zu werden, sondern stattdessen immer wieder neue Dinge kennen zu lernen. Es gibt aber Momente und Kontexte, in denen man aufpassen und überlegen sollte, ob die fremde Gewohnheit denn wirklich so gut für einen selbst wäre…

Typgerechte Ernährung, aber wie?

Je mehr ich mich mit dem Thema Ernährung auseinandersetze, je mehr Blogs, Zeitungsartikel und Bücher ich zu dieser Thematik lese, desto bewusster wird mir, dass es nicht die eine einzig wahre Ernährungsweise für alle Menschen gibt. Dieses und jenes mag als gesund gelten, freilich. Dass frittiertes Gemüse bei weitem ungesünder ist als gedünstetes Gemüse mit etwas kaltgepresstem Leinöl, dabei wird wohl niemand widersprechen. Trotzdem muss nicht alles als gesund Geltende auch in jedem Körper ein Gefühl des Wohlbefindens hervorrufen. Es klingt absolut banal, zumindest in meinen Ohren, und trotzdem war mir das lange Zeit nicht klar.

Wie kommt man denn nun aber drauf, welcher Ernährungstyp man selbst ist? Ich würde meinen, dass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der Ernährung, das In-sich-hinein-Hören und das Beobachten, welche Lebensmittel(-kombinationen) auf welche Weise im Körper zu wirken scheinen, eine gute Methode ist, um eine Idee davon zu bekommen, womit man sich mehr oder doch eher weniger wohl fühlt.
Ein Beispiel: Salat gilt als gesund. Rohkost im Allgemeinen. Dennoch fühle ich mich bei weitem wohler, wenn ich gedünstetes Gemüse statt rohem Gemüse esse, weil es für mich viel bekömmlicher zu sein scheint.
Ein weiteres Beispiel: Ich trinke viel Wasser. Allerdings habe ich es mir abgewöhnt, kaltes Wasser zu trinken, da es mir viel leichter fällt beziehungsweise es sich viel besser anfühlt, warmes Wasser zu konsumieren.
Ein anderer Weg, herauszufinden, welcher Ernährungstyp man selbst ist, wäre eventuell auch ein Ernährungsberatungstermin. Allerdings wäre ich hierbei vorsichtig und würde erst dann gehen, wenn man seinen Körper und sein Umgang mit verschiedensten Nahrungsmitteln schon sehr gut kennt und zwar schlicht und einfach darum, um eine Idee davon zu bekommen, zu welcher/m ErnährungsberaterIn man am besten gehen sollte. Es gibt hierbei ja nicht nur eine Schiene, Ausbildungen zur/m ErnährungsberaterIn gibt es viele verschiedene. Auch ich habe erst nach sehr langer Zeit und viel Erfahrung mit meinem eigenen Körper den Entschluss gefasst, mich professionell beraten zu lassen, da ich erst nach und nach eine Idee davon entwickelt hatte, welche Ernährungskonzepte mir zusprechen und welche nicht.

Die Sache mit Zu-viel-Essen und Ernährungsgewohnheiten

Ich denke, kaum jemand kennt das Gefühl nicht, wenn man am Vortag abends essen war, einen Berg leckerer Speisen verdrückt hat und eigentlich keine wirkliche Lust auf Frühstück hat. Jedenfalls ist mir das ganz bestimmt nicht unbekannt. Ich sehe immer wieder, dass andere Leute auf ihr Frühstück nach dem Aufstehen verzichten können und erst nach Stunden ihre gewohnte Menge an Frühstück oder Mittagessen zu sich nehmen und später dann ein gewohntes Abendessen essen. Ein Fehler, den ich immer wieder mache, ist zu glauben, dass ich das auch kann. Aber immer wieder merke ich: Nein, das funktioniert nicht. Warum das bei mir nicht geht? Weil ich die verabsäumte Mahlzeit dann in Sekundenschnelle wieder hereinhole, indem ich eine Unmenge an Nahrungsmitteln zu mir nehme und sich das Sättigungsgefühl irgendwie nicht einstellen will. Das führt dann dazu, dass ich an diesem Tag nach dem üppigen Abendessen im Restaurant eigentlich viel mehr esse, als an einem normalen Tag mit Frühstück, Mittagessen, Abendessen und kleinen Snacks wie Nüssen, Obst oder Saft zwischendurch.
Diese Erfahrung, die ich hoffentlich nicht so schnell wieder machen werde – ich glaube immer noch fest daran, aus Erfahrungen immer klüger werden zu können – hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich nicht zwingen zu wollen, so zu essen wie andere, sondern auf den eigenen Körper zu hören und die Lebensmitteln zu den Uhrzeiten zu essen, die einem selbst am besten tun.
Manchmal klingt das alles leider viel einfacher, als es ist. Aber ein Gespür für den eigenen Körper zu entwickeln, ist ein Gut mit unglaublich hohem Wert und sich danach zu richten trägt mit Sicherheit mehr zu unserer individuellen Gesundheit bei, als sich nach anderen Menschen oder gar nach Diätplänen zu richten.

Hören, schön und gut, aber was tun?

Die Frage, wie das Hören und nach dem Gehörten zu handeln genau umzusetzen ist, muss wohl jeder und jede für sich selbst herausfinden. Trotzdem möchte ich kurz schildern, wie das bei mir aussieht. Allerdings muss ich zugeben, dass das freilich nicht immer so funktioniert. Sonst würden sich Situationen wie das Überessen bei einem guten Dinner und der Irrglaube, aufs Frühstück danach verzichten zu können, nicht ergeben! An vielen Tagen jedoch ist es sehr gut möglich, meinem Körper genau das zuzuführen, bei dem ich glaube, dass es ihm im Augenblick gut tut.
All das fängt vor allem einmal beim Guster an: ich gehe zwar in erster Linie danach, was ich im Kühlschrank und im Vorratsschrank habe, um keine Lebensmittel zu verschwenden. Trotzdem esse und koche ich die Nahrungsmittel, auf die ich im Moment Lust habe, da ich überzeugt davon bin, dass der Genuss auf keinen Fall zu kurz kommen darf. Besonders relevant ist aber auch das momentane Befinden, zum Beispiel Wärme und Kälte, Müdigkeit, Stressempfinden und so weiter. Ich merke, dass in all diesen Situationen unterschiedliche Mahlzeiten ideal sind und ich versuche, mich beim Kochen auch danach zu richten. Wenn ich das mache, kann ich fast sogar garantieren, dass sich die Mahlzeit bei weitem befriedigender anfühlt, als wenn ich körperliches und seelisches Befinden komplett außen vor lasse.
Also: hinhören, in den Kühlschrank blicken, alles in einen Kochtopf oder eine Salatschüssel werfen und, ganz wichtig, genießen!

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