Going Zero Waste: Wie ich der Wegwerfgesellschaft trotzen möchte

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Seit Anfang Oktober ist klar: ich ziehe wieder um. Diesmal alleine in meine eigene Wohnung, mein eigenes kleines Reich. Das hat Anlass geboten, darüber nachzudenken, was mir am Wohnen und Leben eigentlich wichtig ist, was in der neuen Wohnung nicht fehlen darf und wovon ich mich verabschieden möchte. Ich habe das auf eine Liste geschrieben, ganz unspektakulär auf Schmierpapier, das auf der einen Seite schon bedruckt war, aber aus irgendeinem Grund dann doch auf dem „Papier, das ich so nicht offiziell verwenden kann“-Stapel gelandet ist. Als ich die Liste dann noch einmal durchgegangen bin, ist mir eines aufgefallen: Die Öko-Note schlägt sich in fast allen Punkten durch und die meisten Aspekte kreisen rund um die Themen Zero Waste, Nachhaltigkeit, ökologische Körperpflege und Vermeidung von Mikroplastik (darüber habe ich in einem anderen Post schon einmal geschrieben).Was das für mein zukünftiges Wohnen bedeutet, präsentiere ich euch in meiner Zero-Waste-Bucket-List! Und ein paar nützliche Links zu Ideen und informativen (Blog-)Beiträgen gibt’s obendrauf!

Zero-Waste Bucket List

KÜCHE

  • Liebe deine Jausendosen und Weckgläser (DONE)
  • Mir einen eigenen To-Go-Becher zulegen (DONE)
  • Versuchen, so wenige verpackte Lebensmittel einzukaufen wie möglich
  • Wenn Verpackung, dann besser Papier als Plastik
  • Lebensmittel besser selbst herstellen, statt verpackte zu kaufen
  • Immer (!) eine eigene Einkaufstasche mithaben
  • Stoffservietten besorgen (DONE)
  • Mir ab und an einen Einkauf am Markt leisten
  • Verpackungsfreie Supermärkte in Wien ausfindig machen
  • Die nächste Biotonne in meiner Nähe ausfindig machen (DONE)
  • Biomüll in der Wohnung einrichten (DONE)
  • recyclebare Müllbeutel besorgen (DONE)
  • Gemüse-/Obstreste aus dem Entsafter weiterverwenden
  • Glas statt Plastik und Alu
  • Eigene Wasserflasche aus Glas zulegen und verwenden (DONE)
  • wieder verwendbare Einkaufsbeutel für Gemüse und Obst zulegen (DONE)

BADEZIMMER

  • Tägliche Kosmetika in Glas statt Plastik (DONE)*
  • Waschbare Abschminkpads herstellen (DONE)
  • Apfelessig-Wasser-Mischung als Haarspülung verwenden
  • Konsequent Haarseifen verwenden
  • Feste Seifen statt Flüssigseifen in Plastikbehältern verwenden (DONE)
  • Menstruationskappe statt Wegwerf-Monatshygiene verwenden (DONE)
  • Ökologische Kosmetika (DONE)
  • versuchen, selbst Deo herzustellen (DONE)

SONSTIGER WOHNRAUM

  • Versuchen, Waschmittel herzustellen
  • Ökologisches Putzmittel verwenden (DONE)
  • Kerzen ohne Alu verwenden

ALLTAGSDINGE

  • Mehr Second Hand Kleider-Shopping
  • Mehr Second Hand Möbel-Shopping
  • Selbst genähte Geschenksackerl zum Wiederverwenden statt Geschenkpapier – ODER:
  • Altes Zeitungspapier als Geschenkpapier
  • Eine Öko-Box zulegen (DONE)

*mit Abstrichen (Tagescreme von Dr. Hauschka ist in Alu verpackt, die Aufsätze der Glasspender aus Plastik)

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Die Schuhe auf dem Bild sind second-hand

Hinter manche dieser Punkte kann man leider kein „DONE“ setzen, weil man ja nie weiß, ob nicht beim nächsten Einkauf nicht doch ein Aufstrich in Plastikverpackung in die Einkaufstasche wandert. Das „Going Zero Waste“-Projekt ist also immer als „work in progress“ zu verstehen. Das bedeutet halt leider auch, dass man sich nicht ausruhen kann, sondern immer wieder aufs Neue der Challenge begegnet, dem Anspruch gerecht zu werden.
Aber Vorsicht: ein Projekt wie dieses sollte niemals zum Zwang werden. Ich weiß, dass ich mich daran auch immer wieder selbst erinnern werden muss. Es soll nie ein Drama sein, wenn einmal etwas nicht so klappt, wie man es eigentlich gerne hätte: zum Beispiel, wenn einmal ein Plastiksackerl mit ins Haus kommt, wenn man Lebensmittel besorgt, die halt in Plastik oder in einer Dose verpackt sind oder wenn man einmal nicht dazu kommt, jedes Stück Obst im Bio-Markt einzeln einzukaufen und stattdessen zum 2kg-Plastiksack mit Äpfeln greift.
All das ist OK, solange das nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist. Und genau das ist der springende Punkt: Man kann sich diese Regeln für sich selbst aufstellen, so wie ich es gerade versuche, sollte aber – um der eigenen Erleichterung und Stressfreiheit willen – immer daran denken, dass die meisten Regeln Platz für Ausnahmen lassen. Und das ist gut so. Ich finde, es sollte hier nicht um Perfektion gehen, sondern um den Versuch einer bewussten Lebensweise, der „Fehler“ und Abweichungen zulässt, um es ein anderes Mal dafür wieder besser machen zu können. Schlussendlich sollte doch niemand unter der selbst auferlegten Lebensweise leiden, sondern mehr als nur gut mit ihr zurechtkommen. Ganz im Sinne von „zero-waste-energy-and-pleasure“. Das gehört nämlich auch dazu – ausnahmslos!

Ich werde die obige Liste immer wieder aktualisieren, sobald mir etwas Neues dazu einfällt (darum die vielen leeren Punkte in der Liste) oder ich ein „DONE“ hinter einen Punkt setzen kann. Ihr findet den Link zu der Liste auch in der Sidebar meines Blogs, um immer ohne langes Suchen auf die Liste zugreifen zu können.

Am schwierigsten wird wohl die Frage, wie man das Verpackungsproblem bei trockenen Lebensmitteln wie Mehl, Getreide und Nüssen löst. Hier werden vermutlich verpackungsfreie Supermärkte weiterhelfen. Falls ihr hierzu Tipps habt, freue ich mich über jeden Kommentar unten!

Ich weiß, es wird ein langer Weg, weil mir derzeit die Konsequenz und die Routine in vielen Dingen noch fehlt (vor allem was die unverpackten bzw. nicht in Plastik verpackten Lebensmittel betrifft), aber ich bin zuversichtlich und freue mich darauf. Schritt für Schritt und ohne Hektik.

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Informative und nützliche Links zum Thema:

Märkte in Wien: www.wien.gv.at
Müllstandorte in Wien: www.wien.gv.at
Erdbeerwoche: www.erdbeerwoche.com
Tipps zu weniger Lebensmittelverschwendung: www.suchtdasglueck.at
Nachhaltigkeit by Dariadaria: www.dariadaria.com
Liste mit Zero-Waste-Links by Dariadaria: www.dariadaria.com
Vegalinda Online-Shop, Rubrik „Zero Waste“: www.vegalinda.com

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