Öko und Minimalistisch Reisen. Ein Versuch.

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Der Zero Waste bzw. Nachhaltigkeits-Vorsatz begleitet mich nicht nur daheim durch den Tag oder am Weg von meiner Wohnung zur Uni. Überlegungen dazu reichen definitiv weiter; diesmal bis rüber ins Himalaya-Vorland und zum Indischen Ozean. Das ist ein schönes Stück, das nicht so ohne weiteres und ohne Konsequenzen zurückgelegt werden kann. Wie man so eine Reise ein bisschen mehr im Sinne von ökologischem Bewusstsein gestalten kann, dazu gibt’s hier ein paar Überlegungen.
Spoiler: What’s in my bag?!?

Auf Nadeln sitze ich ja irgendwie schon immer. Besonders heftig wurde es während bzw. als Folge meines Auslandssemesters in England und seit ich letzten Sommer mit einer Freundin mit dem Rucksack in Südostasien unterwegs war, bin ich voll und ganz vom Reisefieber gepackt! #wanderlust
Dieses Jahr habe ich bereits so einige Reisepläne geschmiedet: im Juli geht’s vier Wochen nach Indien und dann im August noch fast drei Wochen nach Sri Lanka. Im Winter starte ich außerdem einen 5-monatigen Auslandsaufenthalt in Finnland (endlich!!!). Im letzteren Fall ist die Sache mit der Nachhaltigkeit etwas einfacher – zumindest stelle ich es mir einfacher vor, denn: wenn man wo tatsächlich wohnt und längere Zeit an einem Ort bleibt, kann man nachhaltige Routinen entwickeln, hat einen eigenen Kühlschrank, kann auf Vorrat kochen und ist nicht ständig auf Achse. Anders ist das beim Backpacken und genau darum soll es hier auch gehen.

Ein kurzer Überblick über meinen Reiseplan

In Indien bin ich die ganze Zeit über in einem Yogazentrum, um meine 200hr-Ausbildung in der Ashtanga Vinyasa Sparte zu machen. Ich werde also während dieser vier Wochen immer das gleiche Zimmer bewohnen. Verpflegung gibt’s vor Ort, darum muss ich mich also nicht kümmern.
In Sri Lanka geht’s zuerst für drei Tage in ein Ayurveda Resort – so viel Gönnung muss nach einem (bzw. schon dritten) Studienabschluss drinnen sein. Danach reise ich mit dem Rucksack durch’s Land, sofern das möglich ist nach den heftigen Überschwemmungen Ende Mai. Das wird sich dann vor Ort weisen.

Reisen und die Sache mit der Nachhaltigkeit

Das Herumreisen in Asien bringt meiner Erfahrung nach unter anderem das Folgende mit sich, das bezüglich Nachhaltigkeit zum Überlegen veranlasst:

  • Langstreckenflüge
  • Zug- und Busfahrten
  • Taxifahrten
  • (meist in Plastikflaschen) abgepacktes Trinkwasser
  • Streetfood
  • Plastiksackerl und -verpackungen noch und nöcher (dort, wo ich in Asien bisher war, wurde alles doppelt und dreifach eingepackt, warum auch immer)
  • strenge Regelungen bzgl. Flüssigkeitsmitnahme im Flieger (problematisch v.a. bei Kosmetika – führt evtl. zur Mitnahme von sehr vielen kleinen Fläschchen)

Wahrscheinlich könnte man die Liste noch weiter fortsetzen (Ideen sind herzlich willkommen!). Einige der oben gelisteten Dinge müssen aber nicht unbedingt ein Problem sein, wenn man sich nur Gedanken darüber macht, wie man sie am besten handhabt.

Langstreckenflüge
Die lassen sich wohl auf einer Reise nach Asien kaum vermeiden, jedenfalls nicht, wenn man nicht eine Ewigkeit unterwegs sein will. Allerdings kann man die Emissionen, die der eigene Flugweg verursacht, kompensieren, indem man eine adäquate Summe (das wird automatisch berechnet) an ein Nachhaltigkeitsprojekt spendet, die sich dafür einsetzen, schädlichen Emissionen gegenzusteuern.
Beispiele für solche Adressen sind myclimate oder Atmosfair.

Zug-, Bus-, Taxi und Autofahrten
Ich muss sagen, dass ich gegen keine dieser Optionen absolut etwas einzuwenden habe – man kommt halt oft nicht anders vorwärts. Taxifahrten lassen sich allerdings durch das Benutzen von Öffis vermeiden. Wie das dort drüben dann aber tatsächlich aussieht, kann ich noch nicht sagen.
Aber: bevor man sich ein Auto mietet, lieber öffentliche Verkehrsmittel wie Zug oder Fernbusse nehmen.
Und: vor Ort werden von Hostels doch hin und wieder Fahrräder vermietet. Das in Anspruch zu nehmen ist nicht nur in puncto Nachhaltigkeit eine gute Sache, sondern auch a) im Sinne der eigenen Bewegung und b) weil man schneller vorankommt auf diesem Weg dann doch mehr sieht, als wenn man nur zu Fuß unterwegs wäre.

Abgepacktes Trinkwasser
Dazu kann man nicht viel sagen außer: ist so, geht nicht anders. Glasflaschen mit Wasser sind mir in Asien noch nie untergekommen. Habt ihr andere Erfahrungen?
Eine Alternative wären portable Trinkwasserfilter. Allerdings habe ich damit noch keine Erfahrung, sondern bin erst vor kurzem darauf gestoßen, dass es so etwas gibt. Ich würde mich freuen, wenn ihr in den Kommentaren eure Erfahrung damit teilt, sofern eine vorhanden ist!

Streetfood
An sich ist Streetfood toll – vor allem, da man meiner Erfahrung nach an Märkten und Straßenständen häufig sehr, sehr leckeres Essen bekommt. Das gilt vor allem für Thailand. Wie es in Indien und Sri Lanka sein wird, weiß ich noch nicht.
Problematisch dabei ist, dass sehr oft Einweggeschirr verwendet wird. Auf diese Weise produziert man unglaublich viel Müll, vor allem wenn man mehrmals täglich unterwegs etwas isst. Meine Überlegung dazu ist es, gut abdichtende Tupperboxen mitzunehmen. Sie sollten von der Größe her natürlich so sein, dass sie nicht unnötig viel Platz wegnehmen. Für mich stellt das aber eine gute Lösung dar, auch wenn man am Markt einkauft und sich sein eigenes Lunchpaket schnürt, z.B. für einen Trekking-Ausflug.

Plastiksackerl und -verpackungen
Zunächst: Nein sagen geht immer. Man braucht für eine Wasserflasche keinen Plastiktragegriff und auch kein Sackerl, um es zu transportieren, da man in der Regel ohnehin mit einem Rucksack oder einer Tasche unterwegs ist. Gleiches gilt für sonstige Einkäufe.
Ich packe meinen Rucksack im Stoffsackerl-Prinzip (das war ein Tipp meiner Tante und über diesen Tipp bin ich unheimlich froh): 1 Stoffsackerl mit T-Shirts, 1 mit Hosen, 1 mit Unterwäsche und so weiter. So weiß man dann, wo man nach welchem Teil suchen muss und kramt nicht ewig in der Tasche. Da macht es wenig Unterschied, ob man ein leeres Extrasackerl mitnimmt, um etwaige Markt- oder Supermarkteinkäufe zu transportieren. Gleiches Prinzip wie zuhause also.

Begrenzter Flüssigkeitstransport und viele Mini-Fläschchen
Bestimmt kennen alle die Mini-Shampoos und Duschgels, die man in der Drogerie für Reisezwecke kaufen kann. Ist man für sieben Wochen unterwegs (und das noch dazu in einer Gegend, wo man 24/7 schwitzt), müsste man einen riesen Vorrat an Fläschchen mitnehmen. Klar, man kann auch vor Ort Shampoo kaufen. Aber: Plastikmüll entsteht da trotzdem.
Zum Reisen finde ich Haar-, Körper- und Gesichtsseifen absolut ideal. Die Haare mögen zwar eine No-Poo Routine mit Roggenmehl mittlerweile lieber als mit Seifen, aber für einen Yoga- und Backpacking-Urlaub, wo ich die Haare vermutlich ohnehin selten offen trage, weil sie sonst im Nacken kleben, ist es mir relativ egal, ob sie sich wachsig oder weich anfühlen.
Eine größere Seife hält garantiert mindestens einen Monat für Körper und Haare, was sehr viel Platz spart, besser fürs Wasser und auch für den Körper ist.
Anstatt meiner Dr.Hauchka-Gesichtskosmetik hatte ich letztes Jahr Gesichtsseife mit dabei und ich liebe sie nach wie vor heiß. Sie war von Wiener Seife und ich habe mir sie für diese Reise wieder besorgt.
Also…für eine nicht ganz 2-monatige Reise sollte mit: 2x Körper- und Haarseife, 1x Gesichtsseife. Das alles wird in ein Seifendöschen gepackt und fertig ist die Geschichte.

Wohnen auf der Reise und Nachhaltigkeit
In manchen Reiseführern sind Symbole enthalten, die anzeigen, ob Unterkünfte auf Nachhaltigkeit achten. Das ist prinzipiell schon mal kein schlechter Anfang und kann eine erste Hilfestellung sein, wenn es darum geht, eine geeignete Unterkunft zu finden. Fraglich ist, ob dies dann auch mit einer low-budget Reise noch zu verbinden ist. Ich werde berichten.

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What’s in my bag

Wie immer, wenn ich eine Reise schon nicht mehr erwarten kann, habe ich schon Wochen vorher begonnen, eine Packliste zu schreiben. Ich stelle jetzt freilich nicht die ganze Liste hier in den Post (das wäre furchtbar langweilig), sondern nur die Dinge, die für eine Zero (oder: Little) Waste Reise relevant sein können.

  • Haar- und Körperseifen (das spart: Duschgel, Shampoo, Conditioner)
  • Gesichtsseife (das spart: Reinigungsmilch, Wattepads, Tonikum, Abschminktücher)
  • Stoffsackerl (das spart: Plastiksackerl vor Ort, Chaos im Rucksack)
  • kleine Tupperdosen, die nicht zu viel Platz wegnehmen (das spart: Plastikverpackungen und Einweggeschirr vor Ort)
  • Deocreme , z.B. von achselkuss (das spart: schädliche Stoffe aus herkömmlichem Deo)
  • Reiseparfum-Fläschchen : das gibt’s in der Parfumerie und funktioniert so, dass man es mit dem eigenen Parfum aufpumpt. Es ist ganz klein und für die vermutlich sehr wenigen Male, wo man beim Backpacken Parfum verwenden möchte, reicht das vollkommen aus. (das spart: schweren Glasflacon)

außerdem:

  • haltbares Notfallessen: das hat jetzt weniger mit Zero Waste als mit Verträglichkeit und Gesundheit zu tun, soll hier aber trotzdem angeführt werden. Konkret denke ich an Reiswaffeln oder Knäckebrot. Haltet mich für verrückt oder kontrollwütig, aber so ein Notfall-Food hat uns letztes Jahr wirklich das eine oder andere Mal über den Tag gerettet. Besser eine Dose mit Knäckebrot oder kleinen Reiswaffeln mithaben, als wegen Kohldampf vor Ort Schokoriegel einzukaufen, die den Magen alles andere als beruhigen, oder gar zu riskieren, dass der Kreislauf völlig in den Keller sinkt.
  • Pfefferminz- und Kamillenteebeutel: wieder etwas möglicherweise Kontrollwütiges. Als wir aber letztes Jahr in Vietnam unter unruhigen Mägen litten, war es nicht erfreulich, als wir in Da Lat nirgends ein Café mit Kräutertee oder überhaupt irgendeinem Tee in der Karte gefunden haben. Das hab ich mir eine Lehre sein lassen und darum kommen Kräuterteebeutel mit.

Was steht bei euch auf der Packliste drauf, wenn ihr es euch zum Ziel macht, möglichst wenig Müll und Umweltschäden auf und durchs Reisen zu produzieren?
Welche Tipps habt ihr noch?
Ich (und ich nehme an auch ganz viele andere Leser/innen, die auf diesen Artikel geklickt haben) würde mich über Ideen in den Kommentaren freuen!

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