Suppenfasten 101

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Ich habe in der vergangenen Woche eine weitere Art des Fastens ausprobiert: Suppenfasten.
Bisher habe ich mich im Basenfasten sowie im Saftfasten versucht. Da sich die Übergangszeit meiner Empfindung nach sowie auch in der TCM-Lehre gut dafür eignet, zu fasten, habe ich in diesem Herbst beschlossen, etwas neues auszuprobieren. Wie Suppenfasten funktioniert, wie es mir dabei gegangen ist und was ich so gegessen und getrunken habe, lest ihr in diesem Beitrag.

Zunächst: Was ist Suppenfasten und wie funktioniert es?

Beim Suppenfasten geht es, ähnlich wie auch beim Saftfasten, vor allem darum, den Verdauungstrakt zu entlasten und Liegengebliebenes bzw. Schlacken aus dem Körper raus zu bringen und den Körper quasi von innen sowohl zu entspannen als auch zu reinigen. Wie der Name schon sagt wird dabei hauptsächlich Suppe gegessen – aber nicht nur! Wichtig ist in jedem Fall, dass die Nahrung (dick-)flüssig ist, sodass Magen-Darm-Trakt möglichst weniger beansprucht wird, als wenn wir feste Nahrung zu uns nehmen.

So sieht in etwa ein Tagesspeiseplan aus:
Frühstück: Porridge (Hafer-Suppe), entweder Natur oder mit geriebenem und mitgekochtem Obst
Mittag: Gemüsecremesuppe
Abend: Gemüsecremesuppe

dazwischen: Tee, Gemüsesaft, ungesüßter Obstsaft, Kokoswasser, Wasser, Pflanzenmilch
außerdem: Ich habe mir für den süßen Guster auch mal etwas Joghurt mit gekochtem und püriertem Obst gegönnt und in vollen Zügen genossen.

Darauf solltest du verzichten:
– Genussmittel wie Kaffee und Alkohol
– feste Nahrung
– Rohkost, Säfte ausgenommen

Die Suppen müssen übrigens nicht vegan sein. Wenn es dir gut schmeckt, gib ruhig einen Schuss Bio-Obers oder Rahm in die Suppe. Meine Suppen waren zwar alle vegan, ein Muss ist das aber freilich nicht.
Rezeptideen für Cremesuppen gibt es übrigens viele auf meinem Blog. Klicke einfach hier und schon hast du die gesamte Sammlung vor dir.

Diese Suppen habe ich während meiner Fastenzeit gekocht:
Tomatencremesuppe (allerdings ohne die getrockneten Tomaten darin)
Kürbiscremesuppe
– Süßkartoffel-Kokos-Cremesuppe
– Gemischte Gemüsecremesuppe (Kartoffel, Karotten, Zucchini, Karottengrün)
– Karotten-Ingwer-Cremesuppe

…jede dieser Suppen gab es mehrmals, weil ich häufig gleich mehrere Portionen gekocht habe oder – im Fall von Kürbissuppe – einfach nicht genug davon haben kann. Darum gab es Kürbiscremesuppe wirklich an jedem Tag. Und nein: mir war nach Tag 5 immer noch nicht fad damit. Haha.

Was tun, wenn das Verlangen danach, etwas zu kauen, zu groß wird?

Keine Panik. Immerhin ist es deine eigene Fastenkur, und nur deine. Das heißt, du bist selbst für deinen Körper und dein Wohlbefinden verantwortlich und musst niemandem etwas beweisen. Auch ich habe es nicht zu jeder Tageszeit ausgehalten, nichts zu kauen. Ich habe daher hin und wieder fürs Frühstück nicht den ganzen Apfel fein gerieben und dann mitgekocht sondern eine kleine Spalte übrig gelassen und die dann ganz langsam gekaut. Auch ein paar Mandeln habe ich mir zum Frühstück erlaubt. Klar ist das beides keine flüssige Nahrung, wie es sie beim Suppenfasten ja ausschließlich geben soll. Wenn du dich aber damit gut oder sogar besser fühlst, warum solltest du dich dann quälen? Die Zeit des Fastens sollte meiner Meinung nach keine Qual oder ein Zwang sein, sondern viel mehr dir und deinem Körper etwas Gutes tun. Ein paar Nüsse oder ein kleines Stück Apfel können da bestimmt nicht viel dreinfunken, aus schon genannten Gründen. Aber Vorsicht: trotzdem sollte/könnte man das Suppenfasten und jede andere Art des Fastens dazu nutzen, alte Gewohnheiten zu brechen. Gehe also in dich und frage dich: brauche ich jetzt wirklich etwas zu kauen, weil ich mich ansonsten komplett „unrund“ fühle, oder ist es nur die Gewohnheit, die hier zu sprechen beginnt?

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Ein paar Tipps & Tricks für vor, während und nach dem Suppenfasten

Vor dem Fasten:

Plane dein Suppenfasten. Stelle dich mental darauf ein und bereite dich vor, indem du a) die frischen Lebensmittel im Kühlschrank aufbrauchst, die du beim Suppenfasten nicht verwenden kannst und b) frisches Gemüse für deine Suppen einkaufst. So wird es dir viel leichter fallen, ins Fasten einzusteigen und dabei zu bleiben.

Ich habe auch das Suppenfasten genauso wie das Saftfasten mit der Einnahme von Glaubersalzen begonnen, um alles noch Vorhandene gleich mal nach draußen zu befördern.
Dazu nimmt man 2 Teelöffel Glaubersalz und vermischt es mit 200-250ml warmem Wasser. Gut umrühren und für etwa 10-15 Minuten stehen lassen, bis sich die Kristalle aufgelöst haben. Danach noch einmal umrühren und möglichst rasch trinken. Der Geschmack ist furchtbar, darum gib etwas Zitronensaft dazu. Ein weiterer Tipp: Versuche beim Trinken nicht durch die Nase einzuatmen. Dadurch, dass der Geruchssinn dann etwas weniger aktiv ist, hält sich die Wahrnehmung des so bitteren Geschmacks auch mehr in Grenzen.

Während des Fastens:

Nimm dir viel Zeit für dich und sieh zu, dass du das Fasten in einer Zeit machst, wo dein Terminplan entspannt ist und du nicht viele Termine hast. An Tagen, die eher stressig waren, d.h. wo ich viel unterwegs war und Termine hatte, ist es mir sehr, sehr schwer gefallen, nur Suppen zu essen. Ich habe mich rasch ausgehungert gefühlt und ich habe es an so einem Tag nicht immer geschafft, dabei zu bleiben, sondern auch mal zu einem (zuckerfreien) Bliss Ball gegriffen.

Nach dem Fasten:

Gib deinem Körper Zeit, sich wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Reduziere zum Beispiel die Menge an Suppe zu Mittag und am Abend und esse etwas Festeres dazu. Ich habe beim Fasten häufig zwei Teller Suppen gegessen. An den Tagen nach meiner Kur habe ich dann nur einen Teller gegessen und dazu dann zum Beispiel etwas Knäckebrot oder gedünstetes Gemüse mit Aufstrich.

Kurzes Fazit zum Suppenfasten

Ich hab mich durchweg sehr wohl damit gefühlt. Ok, den stressigen Tag mal ausgenommen. Hunger hatte ich ansonsten nie, ich hab mich sehr ausgeglichen und ab dem zweiten Tag auch immer befreiter und irgendwie leichter gefühlt. Ich hab auch nicht so gefroren wie beim Juicing. Ich habe also deutlich gemerkt, dass Suppenfasten eine viel sanftere Art zu fasten ist.
Außerdem: schon am zweiten Tag habe ich beobachten können, wie meine Haut von Stunde zu Stunde schöner und reiner wird. Ohne Witz.
Ich bin außerdem drauf gekommen, wie gut es sich anfühlt, v.a. zu Mittag Suppe zu essen. Ich werde mir beibehalten, öfter Suppe zu kochen, da gerade eine Cremesuppe gut sättigt und gleichzeitig überhaupt nicht schwer im Magen liegt.
Alles in allem war das also eine sehr, sehr gute Erfahrung, die ich gerne mal wiederhole.

Hast du schon einmal gefastet? Wie ist es dir dabei gegangen?
Hast du noch andere Tipps? Ich freue mich, wenn du sie via Kommentar mit mir und den anderen Leser/innen teilst!

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